Politik
Bildung
Für ein starkes, durchlässiges und zukunftsorientiertes Bildungssystem.
Bildung ist die wichtigste Ressource unserer Gesellschaft. Sie befähigt Menschen, selbstständig, nachhaltig und sozialverantwortlich am Leben teilzunehmen und bildet die Grundlage für Demokratie, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Ein starkes Bildungssystem muss sich den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und individuellen Anforderungen laufend anpassen.
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Individuelle Förderung und integrative Schulmodelle
Auf der Primar- und Sek-I-Stufe setzen wir auf integrative Schulmodelle, die soziale Durchlässigkeit fördern. Gleichzeitig anerkennen wir, dass diese Modelle dort an Grenzen stossen, wo viele Schülerinnen und Schüler über ungenügende Grundkompetenzen verfügen. In solchen Situationen dürfen leistungsstarke Kinder nicht ausgebremst und Lehrpersonen nicht überlastet werden.
Deshalb braucht es flexible Strukturen: frühe Förderung, zusätzliche Unterstützungsangebote sowie – wo notwendig – Niveaugruppen oder spezielle Klassen. Integration soll stärken, nicht nivellieren.
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Chancengerechtigkeit und Ressourcenverteilung
Nicht alle Schulen stehen vor denselben Herausforderungen. Um faire Bedingungen zu schaffen, braucht es einen gerechten Lastenausgleich. Schulen mit hoher Heterogenität sollen gezielt stärker unterstützt werden. Ergänzende externe Betreuungs- und Förderangebote ermöglichen eine bessere Integration und schaffen gleiche Chancen für alle Kinder, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sozialen Voraussetzungen.
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Entlastung und Stärkung der Lehrpersonen
Lehrpersonen sollen sich auf ihre Kernaufgaben – das Unterrichten und Begleiten der Schülerinnen und Schüler – konzentrieren können. Administrative Hürden und übermässige Zusatzaufgaben sind abzubauen.
Entscheidungen über Fördermassnahmen sollen unter Einbeziehung der Eltern getroffen werden, wobei die finale Entscheidung bei den pädagogischen Experten liegen sollte.
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Stärkung des dualen Bildungssystems
Das duale Bildungssystem ist ein Erfolgsmodell, das praktische Ausbildung mit einer soliden Allgemeinbildung verbindet. Es bietet jungen Menschen vielfältige Karriere- und Weiterbildungschancen und trägt entscheidend zur Fachkräftesicherung bei. Dieses System soll weiter gestärkt werden – durch enge Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben und Eltern sowie durch gezielte Unterstützung im Berufswahlprozess.
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Rolle der Mittelschulen
Mittelschulen sollen das duale Bildungssystem ergänzen, nicht konkurrenzieren. Unser Bildungssystem lebt von seiner Durchlässigkeit und von einer starken dualen Berufsbildung. Mittelschulen sind ein wichtiger Bestandteil dieses Systems. Entscheidend ist jedoch, dass sie klar definierte Funktionen erfüllen und nicht in Konkurrenz zur bewährten Berufslehre treten. Wir setzen uns für eine profilierte, funktionale Rollenverteilung ein.
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Qualität an Hochschulen und Pädagogischen Hochschulen
An Hochschulen sollen neben wissenschaftlicher Exzellenz auch Lehrkompetenz, Führungsqualitäten und Sozialkompetenz stärker gewichtet werden. Pädagogische Hochschulen sollen praxisorientierter ausbilden und Studierende gezielter auf den Schulalltag vorbereiten, damit der Berufseinstieg gelingt und die Unterrichtsqualität hoch bleibt.
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Allgemeinbildung und Lebenskompetenzen
Bildung umfasst mehr als Fachwissen: Recht und Politik, Finanzen, Steuern, IT- und Medienkompetenzen sollen in allen Schulen der Sek-II-Stufe gezielt vermittelt werden – dies ist die Grundlage für verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger. Diese Themen müssen in den Lehrplänen aufgenommen und entsprechend unterrichtet werden.
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Schlussgedanke
Ein modernes Bildungssystem braucht klare Strukturen, individuelle Förderung und engagierte Lehrpersonen. Es schafft Chancengerechtigkeit, stärkt Talente und bereitet junge Menschen darauf vor, Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen.